Aktuelles

 Ruhr Nacheichten 05.06.2018

Parkende Autos an der Grundschule in Stockum

Kardinal-von-Galen-Schüler wehren sich gegen Eltern

Werne Eigentlich herrscht ein Durchfahrtsverbot an der Kardinal-von-Galen-Schule in Stockum. Doch nicht alle Eltern halten sich daran, wenn sie morgens ihre Kinder zur Schule fahren. Sie halten und parken teils auf den Gehwegen und mitten auf der Straße. Die Grundschulkinder selbst wollen sich nun wehren.

 
 
Kardinal-von-Galen-Schüler wehren sich gegen Eltern

Die Klasse 4b war am Montag an der Reihe. Die anderen Schüler der Kardinal-von-Galen-Schule setzen die Aktion bis zum 15. Juni fort.

„Vorsicht! Hier gehen wir!“ steht auf einem Schild, das eine Schülerin der Klasse 4b in die Kamera hält. Die Botschaft ist klar. Und findet sich auf allen anderen Schildern und Plakaten wieder, mit denen die Kinder vor ihrer Schule unterwegs sind. Es ist Montag, 8 Uhr, kurz vor Schulbeginn. Der Morgen, an dem sich die Kinder wehren.

 

Eigentlich herrscht ein Durchfahrtsverbot vor der Kardinal-von-Galen-Schule in Stockum - montags bis freitags von 7 bis 16 Uhr. Der einzige, der dann hier durchfahren darf, ist der Schulbus. Eigentlich. Glaubt man den Kindern, Lehrern und Schulleiterin Beate Klink-Schmidt, wollen sich manche Eltern partout nicht an diese Regelung halten. „Eltern halten und parken auf den Gehwegen und mitten auf der Straße“, sagt Klink-Schmidt. Muss das sein?

 

 

Zumindest an diesem Morgen - Überraschung - stehen die Autos etwas außerhalb. Ziel erreicht - für diesen Tag. Zwei Wochen lang, bis zum 15. Juni, wollen die Kinder weitermachen und jeden Morgen von 8 bis 8.15 Uhr den immer selben Appell an die Erwachsenen richten: „Stop! Hier nicht parken! Seid uns ein gutes Vorbild!“

 

In der Vergangenheit „haben wir haben schon einen Brief an die Eltern geschickt“, sagt Klink-Schmidt. Eigentlich mache die Schulleitung das jedes Jahr. Nur gehe es jedes Jahr wieder von vorne los. Die Laufbus-Aktion - eine organisierte Laufgemeinschaft, bei der die Kinder von einem Elternteil oder mehreren Eltern auf ihrem Weg zur Schule begleitet werden - hätte man bis jetzt nicht auf die Beine stellen können. Buchstäblich. „Im Herbst, wenn die Schulanfänger kommen, wollen wir einen neuen Versuch starten“, sagt die Schulleiterin.

Stockumer Kinder „könnten eigentlich laufen“

 

Aktuell besuchen 224 Kinder die Grundschule in Stockum. Manche kommen aus Horst und Wessel, fahren ohnehin mit dem Schulbus. Auf vier Rädern kommen aber auch viele Stockumer Kinder. „30 bis 40 Prozent der Kinder, die eigentlich laufen könnten, werden gebracht“, sagt Klink-Schmidt und verweist auf eine Umfrage unter den Eltern. Und auch hier die Frage: Muss das sein?

 

„Ich verstehe das ja“, sagt die Schulleiterin. „Eltern stehen heutzutage auch unter zeitlichem Druck.“ Trotzdem bräuchten sie ihren Nachwuchs nicht bis vor die Tür fahren. „Sie wollen das Beste für ihr Kind. Aber das Beste ist, sich zu bewegen. Das fördert das Lernen.“

Bus krachte in der Vergangenheit in ein parkendes Auto

 

Einen Unfall mit Personenschaden habe es bis jetzt nicht gegeben. „Zu gefährlichen Situationen ist es aber schon gekommen“, so Klink-Schmidt. An der Kreuzung zur Boymerstraße wäre ein Bus, der die Kinder zur Klassenfahrt abholen wollte, einmal mit einem dort parkenden Wagen zusammengestoßen. „Nur Blechschaden - zum Glück!“

 

An diesem Morgen, 8.15 Uhr, sind mehr Kinder als Autos im Bereich der Schule zu sehen. Der Idealfall. Eine gute Aktion? „Ja, finden wir schon“, sagen die Kinder, um diese Uhrzeit noch etwas wortkarg. Aber wieso auch viel reden? Was gesagt werden muss, steht auf ihren selbst gebastelten Schildern, die sie wie junge Demonstranten in die Höhe halten. „Vorsicht! Hier gehen wir!“

 

 

WA 05-06.2018

Kardinal-von-Galen-Schule: Kinder demonstrieren gegen rücksichtsloses Fahrverhalten der Eltern

+
Die Schüler der Klasse 4b mit ihren Schildern.

Stockum - Die Verkehrssituation vor der Kardinal-von-Galen-Schule finden die Grundschüler untragbar und machten ihrem Ärger gestern Luft. Sie demonstrierten mit Warnschildern gegen das rücksichtslose Fahrverhalten einiger Eltern, die ihre Kinder morgens mit dem Auto zur Schule bringen.

 

Sprüche wie „Hier nicht halten“, „Achtung, Kinder auf dem Schulweg“ und „Autos Stopp! Fahrräder los!“ waren in leuchtenden Farben auf die Schilder geschrieben. Jedes Auto, das trotz des Durchfahrverbots vor der Schule entlang fuhr, stoppten die Kinder und verteilten Warnzettel an den Fahrer. Dabei wurde kein Auge zugedrückt. 

 

Bereits am ersten Tag der Aktion bemerkte Schulleiterin Beate Klink-Schmidt einen positiven Unterschied im Fahrverhalten: „Es halten deutlich weniger Autos vor den Kreuzungen, auch die Straße vor der Schule wird kaum befahren. Das ist sehr erfreulich.“ Wie lang diese Entwicklung halte, wisse sie jedoch nicht. 

Andere Maßnahmen haben nichts verändert 

Denn schon in den vergangenen Jahren hatten Schüler gegen das Verhalten demonstriert, auch ein Elternbrief widmete sich dem Thema. Zusätzlich patrouilliert ein Polizeistreifenwagen in regelmäßigen Abständen vor der Schule und ermahnte die Eltern. Doch: Langfristig haben die Maßnahmen nichts verändert. 

 

Zu Schulzeiten darf die Kirchstraße nicht durchfahren werden, das gilt wegen der offenen Ganztagsbetreuung bis 16 Uhr. Das Halten und Parken an den Kreuzungen Kirchstraße / Boymerstraße und Kirchstraße / Blekamp gefährdet die Schüler ebenfalls. Welche Auswirkung das leichtsinnige Missachten der Verkehrsordnung haben kann, zeigte bereits ein Verkehrsunfall vor der Schule. Ein Bus hatte beim Abbiegen an der Kreuzung Boymerstraße nicht genug Platz, weil ein Autofahrer zu nah an der Kurve geparkt hatte. Diesmal blieb es beim Blechschaden. „Es ist erstaunlich, dass noch kein Kind verletzt wurde“, so Klink-Schmidt. 

Eltern versuchen Kinder bis vor die Schultür zubringen

Laut Umfrage der Schulleitung werden 30 bis 40 Prozent der Kinder, die zur Schule laufen könnten, trotzdem von ihren Eltern gefahren. Die Erwachsenen versuchten, ihre Zöglinge bis vor die Schultür zu bringen, so Klink-Schmidt. Dass es auch anders geht, zeigt der zehnjährige Adrian. „Ich werde von meinen Eltern immer deutlich vor der Kreuzung herausgelassen und laufe dann.“ 

Auch andere Halteplätze sind vorhanden. Vor der Turnhalle am Werthweg liegt ein großer Parkplatz. „Den Weg kennen die Schüler und die Turnhalle ist nicht weit entfernt“, erklärt die Schulleiterin. Von dort könnten Eltern ihre Kinder sorgenfrei laufen lassen. 

Neuer Versuch für das Projekt "Laufbus"

Im nächsten Jahr wird die Schule außerdem einen neuen Versuch für das Projekt „Laufbus“ starten. Dabei gehen die Kinder zusammen zur Schule, Begleitschutz gibt es von einigen Eltern. Überall in der Stadt warten die Schüler an „Haltestellen“, um sich der Gruppe anzuschließen. 

Die Demonstration wird über zwei Wochen jeden Schultag wiederholt. 

Aktuelle Termine

13.07.2018:
 09.00 Uhr: 

Abschlussgottesdienst für die 4. Schuljahre

10.00 Uhr:

Abschlussfeier für alle

10.55 Uhr:

Unterrichtsschluss

----------------------------

Sommerferien:

16.07. - 28.08.2018